„Ich werde jetzt mehr mit meinen Enkelkindern singen". Mit diesen Worten von Katharina Rolfing ging am Mittwoch Nachmittag im Kreishaus die Gründungsveranstaltung des Netzwerks Musikus zu Ende. Frau Rolfing ist die Vorsitzende des Kulturausschusses im Kreistag. Bei diesem Netzwerk handelt es sich um eine Initiative des Kreisverbandes Düren des Volksmusikerbundes Nordrhein-Westfalen (VMB NRW). Diese Dachorganisation örtlicher Musikvereine hat nämlich ein wichtiges Projekt auf den Weg gebracht. Es geht um die musikalische Förderung von Kindern. In dem Netzwerk arbeiten Kindergärten, Schulen und Musikvereine zusammen. Den Kleinsten soll musikalisches Grundwissen vermitteln werden. Diese Idee ist offensichtlich bestechend. Zahlreiche Kindergärten und Grundschulen waren der Einladung gefolgt. Micha Rosenkranz, der Vorsitzende des Dürener Kreisverbandes, war sichtlich beeindruckt: „Mit dieser Resonanz haben wir nicht gerechnet". Rosenkranz dankte in seiner Begrüßung dem Kreis und dem Landrat, Wolfgang Spielhahn, für die Unterstützung beim Aufbau des Netzwerkes: „Ohne diese Hilfe wäre das nicht möglich gewesen", so Rosenkranz.
Musizieren statt Konsumieren
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden im Kreishaus nicht enttäuscht. Der Freiburger Musikpädagoge, Michael Stecher, machte in seinem Vortrag deutlich, warum Musik für die Entwicklung von Kindern so wichtig ist. Sie fördert die soziale Kompetenz und manches andere. Aber eine Bedingung, so Stecher, muss erfüllt sein. Nur das eigene Musizieren hat diese positive Wirkung für die Kinder. Das bloße Konsumieren von Musik ist nicht gemeint. Der Gast aus Freiburg machte Lehrern, Erzieherinnen und Eltern Mut: „Keine Angst vor dem Singen und Musizieren!", so Stecher. Niemand muss perfekt sein und selbst schiefe Töne sind kein Problem, weil das Vorbild vom Elternhaus bis zur Schule für die Kinder unverzichtbar ist. Kindergärten und Schulen haben darüber hinaus eine wichtige Funktion: Lernen braucht Zeit. Das machte Stecher immer wieder deutlich. Das gilt auch für die musikalische Bildung. In Kitas und Schulen sollte daher die Musik ein selbstverständlicher Teil des Alltags werden, so Michael Stecher. Selbst beim Treppen-Steigen? Michael Stecher beeindruckte mit seinen praktischen Beispielen: Seine kleine Tochter auf dem Arm, singt er ihr beim Treppen-Steigen die Tonleiter vor.
Das Netzwerk Musikus ist ein Projekt das Mut macht. In Zukunft werden Kindergärten und Schulen kompetente Hilfe bei einem wichtigen Thema bekommen. Aller Anfang ist schwer. Aber die Grundlagen für die musikalische Bildung unserer Kinder wurden am Mittwoch Nachmittag im Kreishaus gelegt, so Katharina Rolfing in ihren Schlussworten.
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