Russlandfahrt 2009 vom 05. - 12. April 2009

02.07.2009

Eine Reise nach Russland. Ein Erfahrungsbericht unserer Kooperationspartner vom LandesMusikVerband NRW.

Gefördert aus den Mitteln der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch -
Eine Initiative des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, der Freien und Hansestadt Hamburg, der Robert Bosch Stiftung und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft

Lange haben wir auf die Möglichkeit gewartet, Russland kennen zu lernen. Viel ist uns von Vereinsmitgliedern bereits darüber erzählt worden; jetzt wurde es endlich Wirklichkeit: wir fahren nach Nishnij Nowgorod. Die Stadt liegt ca. 500 km südöstlich von Moskau und hieß vor langer Zeit einmal Gorki. Sie hat 1,5 Millionen Einwohner und in ihre Fläche passt Essen ca. 6mal rein.

Am 05. April flogen wir von Düsseldorf aus nach Moskau. Dabei waren als Betreuer unserer Jugendlichen Angelika Stränger und Peter Mork. Die beiden nahmen uns im Flugzeug schon einmal das Ausfüllen der Einreisekarten ab, die wir trotz Visa am Flughafen vorlegen mussten. Nachdem wir alle durch den Zoll waren und unsere Koffer hatten, traten wir erwartungsvoll in den Ankunftsraum. Hier sollten wir von Yana Guznova abgeholt werden, die bereits vor etlichen Jahren einmal bei einem Jugendaustausch in Essen war. Und sie kam angerannt und eroberte uns alle im Sturm. Sie organisierte den Bus, der uns in die Stadt brachte, geleitete uns durch die unübersichtlichen Metro-Gänge sicher zum Bahnhof, von dem aus wir mit dem Nachtzug nach Nishnij Nowgorod fahren sollten. Yana hatte auch die Fahrkarten für den Zug gekauft und sorgte dafür, dass wir uns in den Zugabteilen schnell heimisch fühlten. Da wir alle neugierig darauf waren, etwas über Nishnij und viel mehr über Yana zu erfahren, war die Nacht im Zug eigentlich viel zu schnell vorbei. Das heißt mit anderen Worten, dass wir kaum schliefen, sondern quatschten. Fast alle Jugendlichen fanden dabei in einem Abteil Platz.

In Nishnij angekommen, wurden wir bereits von unseren Gastgebern für die nächsten Tage erwartet. Und auch die Eltern von Yana waren am Bahnhof. Nicht nur um ihre Tochter abzuholen, sondern auch, um uns alle sehr herzlich zu begrüßen. Mit dem Bus ging es dann in unsere Unterkunft. Es war ein Internat mit integriertem Sanatorium. Doch von den jugendlichen Bewohnern sahen wir zunächst nichts. Nachdem wir unsere beiden Zimmer bezogen hatten ( Mehrbettzimmer ) machten wir uns mit den Räumlichkeiten des Hauses vertraut. Die Toiletten waren in greifbarer Nähe, zu den Duschen mussten wir doch etliche Meter zurücklegen. Dann erwartete uns die erste russische Mahlzeit mit dem Frühstück. Tanja, die Köchin des Hauses, tischte warmes Essen auf. Wir sollten schnell lernen, dass in Russland eigentlich immer warm gegessen wird. Außerdem war sie die ganze Woche über in ständiger Angst, wir würden zwischen Frühstück und Abendessen tatsächlich verhungern. Deshalb nötigte sie uns jeden Morgen, Obst und Naschereien für zwischendurch mitzunehmen. Doch wann sollten wir das noch essen???? Schließlich wurden wir bei unseren Besuchen in Jugendheimen und Schulen auch noch mehr als genug mit Essen versorgt.

Aber weiter in der richtigen Reihenfolge. Nach dem Frühstück fuhren wir dann zur Schule Nr. 176 (richtig, die Schulen haben keine Namen sondern Nummern!!!) und trafen dort zum ersten Mal in Nishnij mit unserer Partnergruppe „Slawen" zusammen. Das ist eine Folkloregruppe, die hauptsächlich aus Jugendlichen besteht. Sie singen, tanzen und machen hauptsächlich Musik mit Holzinstrumenten wie Löffeln, Rasseln usw. Und wir mussten mitmachen. Sie zeigten uns die Handhabung der Instrumente und wir versuchten unser Bestes. Danach hatten wir Zeit, die Jugendlichen kenn zu lernen und uns mit ihnen zu unterhalten. Das funktionierte in Deutsch, Englisch und mit Händen und Füßen. Aber, wir verstanden uns sehr gut. Das war deshalb klasse, weil wir ja die Woche fast gemeinsam verbringen würden. Die Jugendlichen begleiteten uns in Jugendzentren und Schulen. Gemeinsam tanzten wir mit anderen Kindern. Wir bemalten die typischen Holzlöffel, wurden in russischen Tänzen unterrichtet, bastelten gemeinsam Bilder und Eierschmuck und spielten Theater. Wir erfuhren also hautnah, wie die russischen Jugendlichen ihre Freizeit verbringen. Und natürlich lernten wir auch das Schulsystem kennen, das sich vom deutschen sehr unterscheidet. In Russland ist die Ganztagsschule mit gemeinsamen Mittagessen allgegenwärtig. Und es gibt in den russischen Schulen sogar Schichtdienst. Entweder der Unterricht beginnt um 8 Uhr und geht bis 2 Uhr, oder er beginnt um 12 Uhr und geht bis um 18 Uhr. Bei über 1000 Schülern ist das auch nötig. Trotzdem sind die meisten Schüler vor oder nach dem Unterricht in der Schule, um an Projekten teilzunehmen, was wir Arbeitsgemeinschaften nennen würden.

Wir besuchten die Schule Nr. 2, die einen eigenen Verkehrserziehungsgarten hat. Auf Fahrrädern, kleinen Autos und als Fußgänger mussten wir an Ampeln und Stoppschildern unsere Verkehrstüchtigkeit beweisen.

In einer anderen Schule wurden die Gemeinsamkeiten der deutschen und russischen Jugendlichen herausgearbeitet. Wir stellten sehr schnell fest, dass überall die gleichen Wünsche für die Zukunft bestehen. Symbolisch ließen wir dort Luftballons in den deutschen und russischen Farben, versehen mit unseren eigenen Wünschen in den Himmel steigen.

Und überall wurden wir bei unseren Besuchen mit eingebunden. Egal, ob es sich um Arbeitsgemeinschaften oder den Unterricht handelte. Für uns hieß es immer, aktiv mitmachen. Da gab es keine Berührungsängste oder Sprachschwierigkeiten. Abends sprachen wir in unserer Unterkunft dann über die Erlebnisse des Tages und über die Programmpunkte des nächsten Tages. Meistens halb liegend auf den Stühlen, da wir von Tanja gemästet wurden.

Am letzten Tag wurden wir von den Familien der Gruppe „Slawen" aufgenommen. Sie gestalteten mit uns viele fröhliche Stunden. Zum Abschiedsabend waren alle dabei. Je näher die Zeit des Abfahrens kam um so mehr verkrampfte sich die Stimmung. Viele Mail-Adressen wurden ausgetauscht, viele Versprechen, den Kontakt zu halten und zu pflegen, abgegeben. Alle russischen Jugendlichen wollen im September nach Essen zum Gegenbesuch kommen, aber nur für einige wird der Wunsch Wirklichkeit werden. Denn die Gruppengröße beim Jugendaustausch ist begrenzt. Als der Bus kam, der uns zum letzten Mal zur Unterkunft brachte, flossen die Tränen auf beiden Seiten. Keiner wollte Abschied nehmen. Weinend standen die einen draußen, die anderen saßen im Bus.

In der Unterkunft erwartete uns schon Yana, die uns auch wieder nach Moskau begleitete. Sie hielt die ganze Nacht Wache und fand viele tröstende Worte. Die Zugfahrt verlief ohne Zwischenfälle und auch den Flug verbrachten wir meist still. Auf dem Flughafen in Düsseldorf warteten schon unsere Eltern und wir begannen sofort von unseren Erlebnissen zu berichten.

Inzwischen sind viele Mails zwischen Nishnij und Essen hin und her gegangen. Wenn uns Mail auf russisch erreichen, haben wir auch eine Möglichkeit der Übersetzung gefunden: Wir mailen Yana den russischen Text zu und sie mailt uns den in Englisch übersetzten Text zurück. Auf diese Weise verbessern wir auch noch unsere Kenntnisse der englischen Sprache. Der Jugendaustausch hat sich also auf vielen Gebieten gelohnt.

Und was kommt jetzt noch???? Wir warten auf September 2009, denn dann besuchen uns die russischen Jugendlichen und auch wir werden ihnen ein Programm bieten, mit dem sie unser Leben und unsere Freizeitgestaltung kennen lernen.

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