Werkstätten für Qualität

Aus den Landesorchestern - 02.06.2009

Die beiden Landesorchester des Volksmusikerbundes NRW sind die überregionalen Aushängeschilder des Verbandes. Das gilt in doppelter Hinsicht. Nach innen ist es eine Auszeichnung für unsere Musiker, in so einem Orchester mitzuwirken. „Es spielen bei uns einige der Besten aus ganz NRW", so beschreibt das Rüdiger Maas, der Chefdirigent des Landesspielleute-Korps (LSK). Nach außen repräsentieren sie zugleich mit ihren musikalischen Leistungen unseren Verband. Davon konnte man sich auch in jüngster Zeit des Öfteren überzeugen.

Lange Tradition
„Die Spielmusik hat in Europa eine lange Tradition. Sie ist aber trotz allem sehr jung. Dieses Ensemble geht mit der Zeit", betonte Jochen Westermann, der Vorsitzende des Volkmusikerbundes NRW, in seinem Grußwort. Der Anlass war ein Konzert des LSK am 18.04.09 in Menden. Dort erlebte Rüdiger Maas auch seine Feuertaufe. Seit dem vergangenen Jahr leitet er das Auswahlorchester und dirigierte in der Mendener BVB Halle sein erstes Konzert in dieser neuen Funktion. „Musik aus NRW", das war das Thema des Konzertabends. Die 60 Musiker spielten in den gut zwei Stunden Stücke heimischer Komponisten - und sorgten für eine gute Stimmung.

Musiker aus ganz NRW
Lange Zeit zum Üben für den Auftritt in Menden-Bösperde hatten die erstklassigen Musiker nicht. Erst am Samstagmorgen trafen sich die Spielleute in Bösperde, um für das Konzert zu proben. „Unsere Musiker kommen aus ganz NRW. Da fehlt meistens die Zeit, um im Vorfeld das Konzert oft durchzuspielen", berichtete Rüdiger Maas. Vom Rheinland bis nach Minden: Die Spieler sind im ganzen Bundesland verstreut. Dementsprechend froh war der Dirigent, dass die Mendener Musikfreunde alle nötigen Vorbereitungen trafen. „Für uns ist die Organisation aus eigenen Kräften schwierig. Wir sind den Mendenern sehr dankbar". Die traditionelle Musik pflegen und dabei zeitgenössische Einflüsse einbringen - das erklärte Ziel des Spielleutekorps wurde an diesem Samstagabend deutlich. Das Orchester präsentierte traditionelle Stücke flott, charmant und mit Charme.

Premiere als Höhepunkt
Paul Schulte, der Vorsitzende des Märkischen Kreismusikverbandes, führte gekonnt durch diesen kurzweiligen Musikabend. Den Auftakt machte das Spielleutekorps mit dem „St. Nikolai-Marsch", komponiert im Jahr 2003 von Rüdiger Maas. Auch andere Komponisten bekannter Stücke waren vor Ort. Uli Litz aus Suttrop und Christoph Uhlenmeyer aus Warburg wollten sich die Interpretation ihrer Werke nicht entgehen lassen. Es war eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Spielart, anders als man sie bei den zahlreichen Schützenfestumzügen zu hören bekommt. Vor allem das Stück „Spanish Nights" von Klaus Tippenhauer, eine Komposition aus Samba- und Rumbarythmen, konnte die Zuschauer begeistern. Der Höhepunkt des Abends war sicherlich die Uraufführung von „In einem Tal voller Burgen und Schlösser". Der erst 22-jährige Komponist Patrick Wirth traf mit seinem mit mittelalterlichen Klängen angehauchten Stück den Geschmack der Zuhörer - und bewies damit die enorme Kreativität, die im LSK zu finden ist.

Der Brückenschlag des LBO
In den drei Konzerten des ersten Halbjahr 2009 schlug Renold Quade, künstlerischer Leiter und Dirigent des Landesblasorchesters (LBO), Brücken - und zwar von der klassischen Bläsermusik zum Jazz und Pop. Es fand kompetente Unterstützung in der Yamaha Europe Music GmbH und dem prominenten Jazztrompeter Rüdiger Baldauf.

Konzertpartner waren in Wipperfürth das Blasorchester Dürscheid. und in Düren das sinfonische Blasorchester der heimischen Musikschule. In Bad Berleburg gastierte das LBO NRW als Tourneeorchester. In Bad Berleburg und Düren rundeten sehr gut besuchte Workshops für Trompete die Wochenenden ab. Rüdiger Baldauf bewies dabei, dass er zu den Musikern gehört, die ihre Erfahrungen mit Begeisterung weitergeben. Die Rückmeldungen aus den Workshops haben das bewiesen - und die Umsetzung im Konzert: Die Trompetenensembles - und mancher Teilnehmer solistisch - groovten mitreißend zur CD-Begleitung der „heavytones". So muss man das ausdrücken.

Zurück zu den Anfängen
Rüdiger Baldauf schloss mit dieser Konzertreihe an die Anfänge seiner musikalischen Laufbahn in einem Blasorchester des bergischen Landes an. Später lehrte er unter anderem an der Musikhochschule Köln. Seit 1992 gehört er zur Stammbesetzung im Orchester des großen Paul Kuhn - und ist Gastmusiker in allen deutschen Rundfunk Big-Bands. Zudem spielt er bei den „heavytones" in der PRO 7 Tonight Show „TV Total". Stefan Raab wird wissen, was er an ihm hat.

Als Solist wurde er von LBO NRW und dem SBO der Musikschule Düren begleitet. Nach „Somewhere over the rainbow" und „Always and Forever" zeigte sich der Solist, der Trompete und Flügelhorn einsetzte, begeistert und bekannte: „Ich habe vergessen, dass hinter mir keine Big Band sitzt, sondern ein sinfonisches BlasorchesterIm solistischen Duett mit Rüdiger Baldauf überzeugte der Saxophonist Paul Muhle. Der Medizinstudent ist langjähriges Mitglied im Dürener Orchester und gehört heute zur Stammbesetzung des LBO. Nicht genug der Programmvielfalt. Rüdiger Baldauf unternahm außerdem einen virtuosen Ausflug in die elektronische Musik. Trompete, elektronisch verfremdet, im Stil der 80er Jahre: Trompeten klangen schon einmal wie Rockgitarren.

Das LBO NRW überzeugte mit einer wohlabgestimmten Mischung aus Tradition, Szu Sinfonik und innovativer Stilistik. In „Pomp and Circumstance Nr. 5" von Edward Elgar, elegant mit Tempo und durchsichtig gespielt. Das Orchester vermied jede unnötige Schwere, ohne den britischen Charakter zu verleugnen. Die in der „Ouvertüre zu Candide" von Leonard Bernstein angelegte Zwiesprache von Optimismus und Pessimismus wurde leichtfüßig und perlend umgesetzt. Zum spektakulären Klangerlebnis gelang die auf dem Papier eher unspektakulär wirkende Komposition „Sleep" von Eric Whitacre. Hier wurde die differenzierte Qualität und hohe musikalische Hingabe, die Renold Quade von seinem Orchester verlangt, eindrucksvoll präsentiert.

Mit hörbarem Genuss interpretierte das Orchester zwei Tongemälde nordrheinwestfälischer Komponisten. Bei den „Tränen des Phönix" herrschte atemraubende Spannung im Konzertsaal, nicht zuletzt wegen der plakativen wie unkonventionellen Tonsprache von Thomas Krause. Tiemo Kraas´ „Imagasy", in der umfangreichen Originalversion, nutzt alle Register des großen Konzertblasorchesters.

Langanhaltender Applaus bewies in allen Konzerten, dass es dem LBO NRW mit scheinbarer Leichtigkeit und hoher interpretatorischer Qualität gelingt, die
Zuhörer in seinem Bann zu ziehen und Musik erlebbar zu machen. Diese Konzertreihe setzte sehr gelungen die Zusammenarbeit des LBO NRW und seines künstlerischen Leiters Renold Quade mit führenden Instrumentalisten fort. Bisher arbeitete das Auswahlensemble mit internationalen Größen wie Steven Mead (Eufonium, England), Prof. Frits Damrow (Trompete, Niederlande), Prof. Oto Vhronik (saxophon, Österreich), Prof. Armin Bachmann (Posaune, Schweiz), Rüdiger Baldauf (Trompete, Deutschland) zusammen, immer unterstützt von Yamaha Music Europe GmbH. Zu den Konzerten reist es durch das ganze Bundesland und erreicht als Auswahlensemble des Volksmusikerbundes NRW alle Regionen des Bundeslandes. Dabei trägt es seine musikalische Botschaft und wichtige pädagogische Anstöße als Auswahlorchester des Volksmusikerbundes NRW motivationsfördernd und sinnstiftend in alle Regionen des Bundeslandes.

Werkstätten für Qualität. Das sind unsere Landesorchester.

(Reinhold Graf und Christian Schulte, Mitarbeit: Frank Lübberding)

 

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