Manfred Bengfort, Leiter der JUPITER Workshop Academy begrüßte neben den Teilnehmern
Ralf Strickling(Musikverein Ahaus),
Daniel Bengfort(Kreisorchester Borken,Landesblasorchester NRW),
Stefan Reinermann (Stadtkapelle Gronau e.V.),
Nicolai Heeling (Blaskapelle Reken e.V.),
Klemens Erkes (Musikzug Hassum),
Lena Tünte und Tobias Rügamer (beide Instrumentalkreis Lowick),
Julius Mensing (Nienborger Jugendorchester "Musik, Ich bin dabei")
besonders Frank Schräder, 1. Vorsitzender Volksmusikerbund NRW, Kreisverband Borken, und den Dozenten Mike Rafalczyk.
Mike ist „Diplom - Musiker für Studiengänge der künstlerisch - musikalischen Praxis, Studiengang Jazz". Spritzig und witzig erklärte er den Musikern einfach und verständlich das Posaunen- und Tenorhornspielen. Die musikalischen Ursprünge des renommierten Jazz-Posaunisten gehen auf die Kirchenmusik zurück. Sein Vater war Organist der heimatlichen Kirchengemeinde und hat seinen Kindern immer deutsche Abend - und Gute - Nacht - Lieder auf einem Harmonium von 1900 vorgespielt. Auf Drängen seiner Eltern absolvierte Mike Rafalczyk eine dreijährige Ausbildung zum Kunststoff - Formgeber, die er mit Auszeichnung abschloss. Von 1989 bis 1993 besuchte er die Essener Folkwanghochschule und absolvierte in seinem Hauptfach Posaune ein Studium. Seit dieser Zeit gehört Mike Rafalczyks zur festen Formation der Band von Albie Donnelly, „Supercharge", die mit Swing und Rhythm´ n´ Blues bläserbetont im Stil von Louis Prima europaweit unterwegs ist.
Ehe die Musiker ihr Instrument in die Hand nahmen entführte sie Mike Rafalczyk in die grundlegenden Dinge, die zum Musizieren erforderlich sind.
„Vielen Spielerinnen und Spielern ist gar nicht bewusst, dass Blechblasinstrumente die einzigen Instrumente der Welt sind, bei denen der Mensch selber der Tongenerator (Erzeuger) ist", hob Rafalczyk hervor; dass hierbei die Lippen schwingen, während bei den Holzblasinstrumenten das Rohrblatt schwingt oder bei einer Querflöte die Luft verwirbelt wird.
So stand der Workshop auch unter dem Thema „Du bist das Instrument - Atmung und Ansatz für Blechbläser".
Zu allererst braucht der Musiker Luft zum Spielen: Je mehr, je besser. Dabei ist es wichtig, die Luft im Bauch kontrolliert ein- und auszuatmen und dabei eine gewisse Spannung in der Bauchdecke aufzubauen und zu halten. Bei dieser „Stütze" ist die Funktion des Zwerchfells von großer Bedeutung.
Weitere Voraussetzung ist eine Lockerheit im Kehlkopf und der Halsmuskulatur. „Jeden Fehler, den wir dort machen, hören wir sofort. Der Ton wird stumpf und brüchig, nicht strahlend und klar", zeigte Mike Rafalczyk auf, dass es von großer Wichtigkeit ist, dass sich der Musiker beim Musizieren selbst zuhört.
Mit dem richtigen Einsatz der Lippen, der Zunge und dem Gaumen lüftete der Dozent eines der größten Geheimnisse der Blechbläserei: Die Musiker brachten die Luft zwischen Gaumen und Zunge durch die teils geschlossenen Lippen hindurch nach draußen. Mit der Zunge formten sie gleichzeitig verschiedene Vokale. Der Spalt zwischen Zunge und Gaumen wird enger, die Luft wird beschleunigt - und der Ton? Bei den Bewegungen der Zunge vibrieren die Lippen schneller, ohne dass die Musiker sie fester aufeinander pressen mussten und der Ton wird von selber höher. „Jetzt hilft nur noch regelmäßiges Üben", motivierte Mike Rafalczyk die Musiker, dass es besser sei, lieber jeden Tag nur zehn Minuten zu üben, als einmal pro Woche eine Stunde, erst dann kam ein Musiker besser werden. Gesagt, getan, griffen die Musiker zur Tat und setzten mit ihren Instrumenten das theoretische Wissen direkt in die Praxis, beim Workshop und auch später zu Hause, um.
Kleiner Tipp vorab:
Am 15. September gibt es auch Workshops für Saxophon, Trompete und Querflöte mit den JAY-Dozenten.
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