Im Jahre 1995 beschloss der Fachausschuss für Fanfarenzüge des Landesverbandes der Fanfaren- und Tambourcorps NRW (heutiger LMV NRW), ein Landesnaturtrompetenensemble ins Leben zu rufen. Interessierte Mitglieder aus möglichst vielen Vereinen sollten teilnehmen, möglichst Leistungsträger, die das erlangte Wissen an die Vereine weitergeben. Durch das Einsetzen professioneller Dozenten sollten die Mitglieder musikalisch höherwertige Schulungen erhalten, als dies zu der damaligen Zeit in den Vereinen üblich war.
Studierte Trompeten- und Schlagwerkausbilder konnten engagiert werden, die mit vielen neuen Ideen den Teilnehmern interessante Übungsmethoden und Literatur, von denen die meisten zuvor nichts gehört hatten, näher brachten.
Es wurde Literatur mit verschiedenen Stimmungen gleichzeitig ausprobiert. Als Beispiel möchte ich hier anführen: Sonate 36 aus Charamela Real, eine Komposition für sechs Trompetenstimmen und Kesselpauken, von einem anonymen Künstler des Trompeterkorps des Portugiesischen Königs im 18. Jahrhundert verfasst und verlangt Naturtrompeten in zwei verschiedenen Stimmungen. Die Ausgabe von Edward Tarr sieht die Stimmungen D und A vor. Da aber die Naturtrompeten in den Fanfarenzügen in Es gestimmt sind, wurde beschlossen in Es und B zu spielen. Trio Nr. 5 von F.G.A. Dauverné, im LNE mit den Stimmungen Es, B, und As Das Glockenspiel von Matthias Haschka, Es und B und großes Glockenspiel. Der Reiz dieser Kompositionen liegt in der harmonischen Vielfalt, die durch mehr mögliche Naturtöne die Beschränkungen des einzelnen Instrumentes scheinbar aufhebt.
Da Naturtrompeten in verschiedenen Stimmungen nicht zur Verfügung standen, wurden vorhandene Instrumente zunächst mit Schläuchen verlängert, später wurden spezielle Verlängerungsrohre durch Instrumentenbauer hergestellt und beim LNE angeschafft.
Das Ensemble entwickelte sich, viele Musiker zeigten Interesse. Einige von ihnen waren überfordert oder aus anderen Gründen nur kurze Zeit dabei, andere wiederum haben mehrere Jahre in dem Ensemble mitgewirkt, manche Teilnehmer der ersten Tage sind heute noch begeistert dabei.
Einige Mitglieder des Ensembles entwickelten den Ehrgeiz, eigene Kompositionen für das LNE zu entwerfen. Es entstanden großartige Musikstücke, die auch von führenden Vereinen bei Meisterschaften erfolgreich vorgeführt werden.
Wir sind stolz darauf, in unserem Repertoire viele solcher Titel zu haben.
Wenn man den Leistungsstand der führenden Fanfarenzüge bei den Meisterschaften in Deutschland mit 1995 und heute vergleicht, sieht man sehr deutlich die enorme musikalische Leistungssteigerung einiger Vereine aus NRW, und es liegt nahe, dass die Arbeit im LNE sehr dazu beigetragen hat.
Zur Person des LNE- Leiters
Wolfgang Keil , 1955 in Hattingen geboren, machte seine ersten musikalischen Erfahrungen 1965 beim Fanfarenzug „Rot Weiß Hattingen e.V.
Ab 1969 Trompetenunterricht an der Musikschule Hattingen.
1971 erste Erfahrungen in verschiedenen Blasorchestern, 1973 weiteren Unterricht an der Musikschule Sprockhövel.
23 Jahre lang spielte Wolfgang Keil hauptberuflich als Trompeter und Flügelhornist beim Polizeiorchester Wuppertal.
Zwischenzeitlich Privatstudium bei verschiedenen professionellen Solo- Trompetern.
Zur Zeit Ausbilder bei mehreren Musikvereinen, Aushilfe bei zahlreichen Orchestern , Big- Bands und Bläserensembles sowie Solist bei Chor Konzerten. Zum neuesten Betätigungsfeld gehört nun das Alphorn.Seit 2001 ist Wolfgang Keil Leiter des Landesnaturtrompetenensebles NRW.
Das LNE spielt hauptsächlich bei Landesmusiktreffen, beim alljährlich stattfindenden Treffen der Interessengemeinschaft der reinen Fanfarenzüge NRW oder sonstigen Großveranstaltungen, auch gemeinsam mit Blasorchestern oder dem Landesauswahlorchester für Spielleute.
35 Mitglieder aus acht verschiedenen Vereinen bilden zur Zeit den Stamm der Mitglieder, die hoffen, durch die neu gegründete Zusammenarbeit mit dem Volksmusikerbund weitere Musiker zum Mitwirken begeistern zu können.
Voraussetzungen zum Mitwirken beim LNE sind:
Feste Termine jedes Jahr für Arbeitsphasen sind Samstag und Sonntag nach Rosenmontag und der 1. November mit einem Tag davor oder danach, wenn es ein Wochenende sein sollte. (z.B. 29.u.30.Oktober 2011 in der Jugendherberge Brüggen)
Wolfgang Keil