Baccus on Blue Ridge

J. Horovitz

Eindrücke aus den "Blue Ridge Mountains" in Nordamerika brachten viele Komponisten auf die Idee, die Verwandlung der verwöhnten und naturentfremdeten Städter in ausgeglichene, landverbundene und genießende Menschen musikalisch zu verarbeiten. Bei dem 1928 geborenen J. Horovitz geschieht dies mit reichlich Witz und viel Esprit. Bacchus, der römische Gott des Weines, kehrt hin und wieder dem Wettbewerb auf dem Göttergipfel Olymp (auch wenn das eher seinem griechischen Götterkollegen Dionysos möglich gewesen wäre) den Rücken zu und begibt sich zum Wochenendurlaub aufs Land. Sein griechischer Vorgänger, der Götterkollege Dionysos, war der Vegetationsgott, Gott der Baumzucht und des Weins. Sein Gefolge aus Naturdämonen und in Ekstase versetzten Anhängerinnen umschwärmt ihn wie es heißt in orgiastischem Taumel, um den Zustand des Enthusiasmos ("des Gottes voll") zu erreichen. Kurz und knapp: Er verlebt das Wochenende in netter Gesellschaft. Leicht und beschwingt, ohne auch nur einen Ansatz von ausfallend Werden zu zeigen, genießt er diese Zeit. Entsprechend die Musik dazu, immer mit Augenzwinkern, nie bombastisch: Jazzelemente vermischt mit Volkstänzen, Blues verschmilzt mit Countrymusik, und der Valse de Paris konkurriert mit einem afrikanischen Tanz. J. Horovitz hat viel für kleine Besetzungen und viele Solokonzerte komponiert. Diese Vorliebe für Kleinbesetzungen und solistische Passagen wird auch bei diesem sinfonisch angelegten Werk deutlich.

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• 2017