Blasmusiker begeistern fast drei Stunden

Ein beeindruckendes Konzert in der vollbesetzten Stadthalle

Rheine. Ein beeindruckendes Konzert erlebten die Besucher in der vollbesetzten Stadthalle Rheine ... Fast drei Stunden verzauberten 130 Blasmusiker das Publikum mit anspruchsvoller Musik. Dass trotz dieser recht langen Dauer keine Längen aufkamen, lag an der abwechslungsreichen Programmgestaltung, für die Lothar Eirmbter von der Städtischen Musikschule verantwortlich zeichnete....

Das Landesblasorchester Nordrhein-Westfalen machte mit hervorragenden Interpretationen zeitgenössischer Blasmusik den grandios gelungenen Anfang. Unter der Leitung seines Chefdirigenten Renold Quade zeigte das Auswahlorchester des Volksmusikerbundes NRW, warum es im letzten Winter einen Wettbewerb für sinfonische Blasorchester gewonnen hatte: Warme, runde Klänge und sauber abgestufte Melodiebögen unterfüttert von bestechend klar modellierten Rhythmen der Schlagzeuggruppe - diesen ausgewogenen Gesamtklang brachte der fast nur aus Amateuren bestehende Klangkörper sehr überzeugend und souverän in die Stadthalle. Mit der Ankündigung einer „Reise in das Land der Klangfarben" hatte Reinhard Greß bei seiner Moderation nicht zu viel versprochen: vor allem Philipp Sparke´s „Orient Express" kam bei den Zuhörern mit seinen differenziert herausgearbeiteten Anklängen an eine Bahnfahrt bestens an. Guido Rennert´s „Konzert für Altsaxophon und Blasorchester" verlangte dem Solisten Prof. Oto Vhrovnik (Wien) alles ab. Es wirkte dennoch fast spielerisch leicht, wie Vhrovnik irrwitzige Läufe und extreme Tonlagen überlegen meisterte. Das Landesblasorchester war dem Solisten ein äußerst aufmerksamer und zurückhaltender Begleiter, in solofreien Passagen betörender „Chef im Ring". Abgerundet wurde das Programm durch das Auftaktwerk „Godspeed" von Stephen Melillo und einem Medley mit bekannten Gershwin-Melodien.

Nach der Pause folgte das Blechbläserensemble Rheine und damit ein weiterer Aufsehen erregender Programmpunkt. [...]

Ein bekannter Name in Rheines Bläserszene ist das Ensemble „Saxophoria", das unter der Leitung seine Chefs Lothar Eirmbter den Blechbläserfaden fortspann. [...] Saxofonsound in Vollendung.

Dieser Sound wurde dann noch einmal verdreifacht, als Prof. Vhrovnik mit den Teilnehmern des Workshops die Ergebnisse von drei Tagen Arbeit präsentierte. [...] Virtuoser Höhepunkt war der berühmte Czardas, vom Komponisten Vittorio Monti ursprünglich für Violine geschrieben. [...].

Abschluss des Konzert-Hauptteils waren die Glenn-Miller-Stücke „Moonlight Serenade" und „In the Mood", mit denen sich alle Saxofonisten und ein freudestrahlender Professor aus Wien von den begeisterten Zuhörern verabschiedeten. Swing it!

Rheiner Ems Report, 6. Mai 2007

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