Freude an Rhythmik und Melodie

Viel Beifall für Landesblasorchester NRW und Stahler Musiker in der Residenz-Stadthalle Höxter

Höxter: Für das Konzertpublikum aus Höxter und Umgebung, das in die Residenz-Stadthalle Höxter gekommen war, gab es eine interessante Mischung von Musikdarbietungen zu entdecken. Diese als Workshop deklarierte Aufführung eröffnete an diesem Abend die Möglichkeit, nicht nur das temperamentvoll aufspielende Stahler Blasorchester von 1892 kennen zu lernen.

Das mit 65 Musikerinnen und Musikern besetzte Landesblasorchester NRW, Leitung Renold Quade, war an diesem unfreundlichen Frühlingsnachmittag der eigentliche Protagonist. Themenreichtümer und Klangmalereien der Komponisten Eric Whitarce, Guido Rennert, Philip Sparke, und Leonard Bernstein versprach das Programm - und es wurde in konzentrierter Form eingehalten. Das war kein Abspielen mit Tschinderassabum", das war der intime Ausdruck eines qualifizierten Bläserensembles. Ein musikalisches Erlebnis mit Blech-, Holz-, Schlag- und Perkussionsinstrumenten. Besonders zu würdigen ist die Leitung des musikalischen Leiters Renold Quade, ein begnadeter Berufsmusiker aus Düren, der mit viel Energie, Engagement und Umsicht das Orchester leitete. Spürbar die ausdruckstarke Disziplin der durchweg jungen Mitwirkenden, die einen Bilderbogen symphonischer Klangmalereien eines Eric Whitacre bis hin zu Highlights der klassischen „West Side Story" Leonard Bernsteins spannte. Wunderbare Crescendi, legato ausgeführt, zeigte die brillante Oberfläche des homogenen Ensembles. Perfektion, Gecshlossenheit und die Liebe zur Muse waren Richtschnur und Maßstab dieses Konzerts. Das elegante Auftreten und Können des Solo-Trompeters Frits Damrow, Mitglied des Königlichen Concertgebouworchesters Amsterdam, muss hier besonders erwähnt werden.

Wurden die Instrumente zuweilen bis an die Grenzen ihrer Möglichkeit gefordert, so stand doch nie der Effekt im Vordergrund, sondern die Einheit der Musik. Die Zuhörer konnten beobachten, wie mit großer Freude rhythmisch und melodisch musiziert wurde. Besonders hervorzuheben ist der zweite Teil des Programms. Unter der Leitung von Rainard Bunte konzertierte das große Stahler Blasorchester von 1892. Hervorzuheben deshalb, weil diesen Kindern und Jugendlichen eine hervorragende Weiterbildung im Verein angeboten wird. Geschulte Musikpädagogen beraten die Neulinge und führen diese, ihren Fähigkeiten entsprechend, intensiv in die Klangwelt der Musik ein. Das Ergebnis: Nachwuchssorgen sind kein Thema in Stahle.

Als ein weiterer „Solist" trat an diesem Nachmittag Rudi Weber in seiner Tätigkeit als Moderator auf. Lebendig, mit einer großen Portion Hintergrundwissen, dokumentierte er locker und anschaulich, Ereignisse und Bilder der Musikgeschichte. Mit anhaltendem Beifall bedankte sich das Auditorium bei den Aktiven der Blaskapellen. Sie würdigten damit dankbar die Mitwirkenden des Abends.

Neue Westfälische, 04.04.2006

zurück

 
 
• 2017